Ich mag dich, aber…

Deine ewige Rechthaberei treibt mich in den Wahnsinn.

Das kleine Wörtchen Aber.

Ein Aber mag an der einen oder anderen Stelle seine Berechtigung haben, aber 🙂 meistens sollten wir sehr, sehr vorsichtig damit sein.

Aber ist ein Schwein, gemein und oftmals böse.

Ein paar Beispiele:

  • Ich bin sehr zufrieden mit Ihrer Arbeit, aber an der Schlagzahl müssen wir noch arbeiten.
  • Ich freue mich Sie zu sehen, aber lassen Sie uns am besten gleich mit der Agenda anfangen.
  • Schatz, Du siehst klasse aus. Aber Du hast da einen Fleck auf der Bluse.
  • Es tut mir leid, was ich gesagt habe, aber…

Ich seziere. Im ersten Teil sagen wir etwas Positives. Wir loben einen Mitarbeiter, wir wertschätzen die Anwesenden in einem Meeting, wir machen ein Kompliment, wir entschuldigen uns. Doch was passiert da im zweiten Teil des Satzes?

Wir bewerten, und nicht nur das, wir werten ab. Wir schwächen den ersten, den positiven Teil unserer Aussage ab: das Lob, die Freude, das Kompliment. Und das irritiert, verletzt, macht ein Gespräch möglicherweise komplizierter, als es sein muss.

“Ja, aber….” denkst Du jetzt vielleicht, “…das ist doch alles nicht so schlimm, das ist doch nur ein kleines Wörtchen.”

Ja, ich verstehe dich schon, aber…

So oder so ähnlich könnten wir zwei dieses Gespräch fortführen und fortführen.

Konditionales Vertändnisgehasche.

Ich heuchle Verständnis unter der Prämisse, noch etwas nachschieben zu dürfen: Du musst mich auch verstehen. Du musst Dich ändern. Du musst akzeptieren, dass ich auch im Recht bin.
Dieses Gemisch aus Zustimmung und Ablehnung in einem Gespräch wird explosiv, im Streit zündet die Bombe.

Zwei Alternativen:

  1. Mach einen Punkt und beginne einen neuen Satz. Trenne beide Aussagen voneinander.
  2. Ersetze das Aber durch ein Und oder Und gleichzeitig. Verbinde beide Aussagen und gib Ihnen das selbe Gewicht.
  3. Lass die bewertende, relativierende zweite Hälfte weg und belasse es bei Deiner positiven Nachricht.

Übernimm keines meiner Worte und nimm alles, was Du willst

Gerald

(Photo by Andrew Branch on Unsplash)

Posted in Kommunikation.

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