Entwirrung

Heute ein Spot in eine andere Richtung. Ich hoffe, es gefällt.

Ich beziehe mich hier für dich auf ein von den Nachfolgern Eric Bernes entwickeltes therapeutisches Konzept, das hilft, den Augenblick zu entwirren. Er nannte es Transaktionsanalyse.

Hierfür werden in der Transaktionsanalyse 3 Zustände beschrieben:

  • Das Eltern Ich.
  • Das kindliche Ich.
  • Das erwachsene Ich.

Stören wir uns einmal nicht an den Begrifflichkeiten, sondern nähern uns dem Nutzen.

Die Persönlichkeit unterteilt sich hierin in

  • Normen und Verhaltensregeln, die mich Tag ein Tag aus reglementieren (Eltern Ich)
  • Ängste, Bedürfnisse und Zustände, die mich innerlich in meine Kindheit versetzen, z.B. Trotz
  • Die reflektierte, reife und genussvolle Anwesenheit im Hier und Jetzt (Erwachsenes Ich)

Das ist es doch, was jenen Menschen oftmals fehlt, wenn Sie von Ängsten, Hetzerei, Stress und sich verlieren sprechen. Je nachdem, wie Du Dein Leben bislang gelebt hast, was Du früher als Kind erlebt hast, was sich bestätigt hat in Deinem Leben, so bist Du heute und morgen und Tag für Tag.

Wenn Dich etwas verletzt und nervt, bist Du im Trotz. Wenn Du nicht beachtet wirst, bekommst Du Angst bzw. ärgerst Dich, was auch eine Folge von Angst sein kann. Wenn Du – insbesondere als Erwachsener – etwas außerhalb der Norm tun möchtest, dann hörst Du Sätze wie: Das macht man doch nicht, das gehört sich nicht. Funktioniert übrigens auch, wenn andere etwas tun, was wir missbilligen und uns dann darüber ärgern.

Hierzu ein Slogan eines geschätzten Kollegen meiner Vergangenheit:

Wir ärgern uns bei anderen oft über die Dinge, die wir uns selbst verbieten zu tun. (zu denken oder anzustreben, Anm. der Verf.)

Weiter auf dem Weg zur Entwirrung der Gegenwart.

Um in einen reflektierten und “erwachsenen” Zustand zu gelangen, fasse ich als Aufforderung gerne zusammen:

Um im Hier und Jetzt zu sein, musst Du aufhören, Dich mit der Vergangenheit zu beschäftigen und vor der Zukunft Angst zu haben.

oder

Wenn Du das Hier und Jetzt genießen möchtest, schwelge nicht in den romantischen Episoden Deiner Vergangenheit und träume Dich nicht durch eine unbekannte Zukunft.

oder

Bleibe in diesem einzigartigen Augenblick deines Lebens und färbe ihn weder durch Schatten der Vergangenheit noch durch Visionen der Zukunft.

Wie soll ich denn dann Pläne schmieden oder mich über Dinge aus der Vergangenheit freuen oder aus diesen lernen?

Fair Point.

Berechtigte Frage, die mich auch beschäftigt. Eine mögliche Antwort darauf könnte sein: Plane, wenn Du planen möchtest, reflektiere, wenn Du reflektieren möchtest, und genieße die Einzigartigkeit des Augenblicks, wenn Du die Einzigartigkeit des Augenblicks genießen möchtest.

Nicht mehr und nicht weniger.

Ich lade Dich herzlich ein, Dir einen Moment der Ruhe zu gönnen und Dich auf Folgendes einzulassen:

  1. Schließe die Augen und beobachte Deine Gedanken: Was beschäftigt Dich? Über was denkst Du nach?
  2. Halte an genau dem Gedanken fest, der Dir am stärksten erscheint.
  3. Lockere den Griff und lasse den Gedanken weiterziehen.

Folgende Metaphern helfen:

  • Setze den Gedanken in ein Boot und lasse ihn von Dir wegschwimmen.
  • Sieh Dich an einem Abgrund und wirf in hinein.
  • Lass ihn Dir von einem Vogel aus der Hand nehmen/reißen und ihn fliegen.
  • Male ihn gedanklich auf ein Blatt Papier falte ihn weg.

Jedes Mal, wenn ich diese Übung mache, entsteht im Moment des Loslassens eine Augenblick der Leere, eine Sekunde, mal mehr, mal weniger. Zunächst war das nicht mehr als Leere, Stille, Dunkelheit.

Mit der Übung kam der Genuss. Der Genuss des Augenblicks, den ich von den Wirren der Vergangenheit und Plänen, Ängsten und Visionen der Zukunft befreit hatte. Und da, wo nichts ist, kann alles sein.

Und mit mehr Übung gelingt es auch, diesen Zustand im Alltag herbeizuführen und in Gesprächen bei sich zu sein. Klar, präsent und im Hier und Jetzt – und nicht getrieben von Vergangenem oder Zukünftigem.

Nimm nichts an und alles mit, was für Dich passt.

Gerald

(Photo by How-Soon Ngu on Unsplash)

Posted in Kommunikation, Stressmanagement.

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