Blended Learning – geschüttelt, nicht gerührt

Heute schriebe ich ein wenig über ein aktuelles Projekt, das mich umtreibt:

Blended Learning – was ist das?

Blended Learning bezeichnet Lernen auf verschiedenen Wegen sinnvoll miteinander zu verknüpfen und damit dem Ruf nach lebenslangem Lernen gerecht werden zu können. Ein bunter Mix aus verschiedenen online und offline Angeboten. Ein Potpourrie aus Grafiken, Videos, Fragebögen, Sebststudium, Reflektionsfragen, etc… Man nehme ein bisschen PDF, ein wenig Erklärvideo und wer mag noch eine online Sprechstunde via Skype zum Thema und fertig ist der blended learning Kurs.  Na, fast! Da brauchts schon ein wenig mehr.

Blended learning: was verspricht man sich davon?

Nachhaltigkeit zum Beispiel. Weil man sich in regelmäßigen Abständen mit einem ausgewählten Thema beschäftigen kann: mal lesen, mal Videos, mal online Kurs. Vor einem Seminar, nach einem Seminar, ganz ohne Seminar,….

Ansprache verschiedener Lerntypen. Weil der eine lieber liest, der andere lieber Videos schaut und der bzw. die nächste lieber einen Stift zückt und sich Notizen in das kleine schwarze schreibt.

Modernität durch Integration diverser Medien und Kanäle. Eingesetzt werden fancy Erklärvideos, “Learning bites” und “learning Nuggets”. Weil Technologie (u.a. Smartphone) und Verfügbarkeit (Bandbreiten, Flatrates, WLAN) es möglich machen, wirklich attraktive Designs und Medien zu kombinieren. Wer aus meinem Jahrgang kommt weiss, dass ein CBT oder ein WBT der 90er oder Nuller Jahre kein Vergnügen sonderne eine Zumutung war. Von den Herstellungskosten ganz zu schweigen. (lol…)

Halt stopp – so einfach gehts dann doch wieder nicht

Wie beim Lernen „im Allgemeinen“ bedarf es einer Bildungsbedarfsanalyse, Lernzielen, Lerninhalten, und… und … und. Mit dem Konzept steht und fällt der Erfolg. Pädagogik und Psychologie, instructional design und didactics. Alles Handwerkszeug eines ausgebildeten Pädagogen, der es sich zur Aufgabe macht, Lernerlebnisse für andere Menschen zu entwickeln.

Was braucht es wirklich?

Jedoch stellt sich mir an einer anderen Stelle eine viel wichtigere Frage – Warum braucht es diesen ganzen Aufwand. Viel tiefer liegt doch eine verquere und damit hinderliche Einstellung in uns Menschen. Die Haltung gegenüber Lernen und Wachstum. Um ein Beispiel zu bemühen: viele Menschen in der Schule gelernt,

  • dass Lernen anstrenged ist,
  • Hausaufgaben keinen Spaß machen – „erst die Arbeit, dann das Vergnüben“, also erst Vokabeln büffeln, dann Fussball spielen
  • schlechte Leistungen bestraft werden mit “Sitzen bleiben” oder schlechten Noten
  • Lernen zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Orten stattzufinden hat.

Provokant gesagt: Heute erwachsene Menschen tragen diesen Ballast mit sich herum und die Technologisierung und Digitalisierung erschafft ein darauf basierendes Geschäftsmodell. Geht es um dirigierte und technisch ausgefeilte Lernerlebnisse oder die wahre Befähigung von Menschen, selbstbestimmt lernen zu können. Lernen wieder als etwas Natürliches und Förderliches zu erleben?

Ich lade Dich herzlich dazu ein, einmal darüber nachzudenken. Folgende Fragen können Dich inspirieren:

  • Was muss passieren, damit ich sage, ich lerne etwas?
  • Wo habe ich in meinem erwachsenen Leben die intensivsten Lernerfahrungen gemcht
  • Was tue ich aktiv für mich selbst, um mein eigenes Wachstum zu fördern?
  • Was ermögliche ich den Kindern um mich herum?

Mein Fazit für heute: Nimm Verantwortung für Dein eigenes Lernen, Leben und Deinen persönlichen Wachstum.

Und wie immer: Glaube keines meiner Worte und nimm Dir alles, was Du glaubst z ubrauchen.

Ich danke Dir und Deiner Zeit

Gerald

Posted in Kommunikation.